| Der Diaprojektortest Inhalt:
Abstand von Projektor und Leinwand: Ca. vier Meter, bei sämtlichen Messungen konstant. Bei den Ergebnissen sind die geringfügig unterschiedlichen Brennweiten (85mm/90mm) und Lichtstärken (1:2,4/1:2,5/1:2,8) der Objektive zu berücksichtigen. Als Beispiel für die Lichtbündelung bei langbrennweitigen Objektiven wurde hier ein Leica 120mm-Objektiv bei gleichem Abstand wie bei den 85mm/90mm Objektiven gemessen. Die Objektive Braun Ultralit 2,8/85 BMC und Kindermann 2,4/90 MC-B sind abblendbar. Messung per Luxmeter auf Höhe der Leinwand, Projektion eines klaren Dias. Leica P600 IR:
Seitensymmetrische Lichtverteilung mit dem üblichen Hotspot in der Mitte. Lichtabfall nach oben.
Braun Paximat 250 CI-AF:
Sehr gleichmäßiger Lichtabfall zu den Ecken - punktsymmetrisch. Aufgrund der geringeren Lichtstärke schwächere effektive Leuchtkraft. Beachtenswert ist der geringere Lichtabfall des Billig-Paxons.
Kindermann Silent 2500 data:
Sehr ungleichmäßige Messergebnisse. Je nach Objektiv ein mehr oder minder starker Lichtabfall nach unten. Trotz Messwiederholung zeigt sich bei der Kindermann-Kombi ein deutlicher Lichtabfall in der linken unteren Ecke. Mit diesem Objektiv ist der Abfall auch am stärksten ausgeprägt. Mit dem Colorplan 2,5/90 zeigt der Silent 2500 eine leicht bessere Lichtverteilung als die vergleichbare Leica-Kombo. Auch das Braun Ultralit 2,8/85 BMC produziert eine gleichmäßigere Lichtverteilung mit schwächerem absoluten Lichtabfall gegenüber dem original Kindermann Objektiv.
Für die Beurteilung von Schärfe und Kontrast wurden keinerlei Meßgeräte eingesetzt - die Ergebnisse sind somit rein subjektiv. Es wurden zwei verschiedene Testdias mit Linienmustern bzw. Punktmustern verwendet sowie fünf bis sechs Dias mit realen Motiven (Baumborke, Sand, kontrastreiche und kontrastarme Motive). Die Endergebnisse werden in Punkten ausgedrückt, um die Qualitätsunterschiede quantifizieren zu können. Die Objektive wurden an den entsprechenden Originalprojektoren verwendet. A. senkrechte Linienmuster in den Bildecken
Dieses Testdia wurde am Computer mit 4000 dpi ausbelichtet - hiermit wurde das Auflösungsvermögen der Optik getestet. Bei den beiden besten Objektiven im Linientest, dem Leica Super-Colorplan 2,5/90 und dem Kindermann 2,4/90 MC-B, sind die einzelnen Linien noch deutlich zu erkennen, während die Linienmuster beim billigen Plastik-Paxon "zusuppten". Das Leica Colorplan P2 kommt dem Kindermann recht nahe, während das Braun Ultralit hier leicht abfällt. Ergebnis Schärfe/Kontrastbeurteilung:
B. zentrale Punkt- (Viereck-)muster in der Bildmitte
Wiederum ein ausbelichtes Dia (hier grob angedeutet). Ein recht kritisches Motiv mit extrem feinem Schachbrettmuster, da die Vierecke bei der Mehrzahl der Kandidaten schon recht diffus dargestellt wurden - einzig beim Leica Super-Colorplan entspricht die Wiedergabe dem Vorbild. Das Braun Ultralit, Kindermann MC-B und Leica Colorplan P2 bringen das Motiv gut zur Geltung, wobei die Vierecke aber eher an Punkte erinnern. Beim Plastik-Paxon ist kein eigentliches Muster mehr erkennbar. Ergebnis Viereckmuster:
C. Kantentest
Der Kantentest diente zur Bewertung der hochkontrastigen Randwiedergabe. Wider Erwarten sind die Ergebnisse recht eindeutig (rein qualitativ zeigen sich Kantendarstellungs-Unterschiede auf der Leinwand so wie im kleinen Bild rechts). Die Testergebnisse entsprechen weitestgehend den bisherigen Ergebnissen. Ergebnis Kantentest:
D. Real-life TestNach den eher theoretischen Betrachtungen auf Basis von künstlichen Testtargets wurde ein Test unter realen Bedingungen durchgeführt. Es wurden folgende Motiv-Dias zum Test herangezogen:
Das Erkennen von Unterschieden in der Abbildungsleistung der verschiedenen Objektive ist sehr vom projizierten Motiv abhängig. Bei Motiven mit Linienstrukturen und vielen Hell-/Dunkelpartien (z. B. Baumrinde) ist der Unterschied deutlicher zu erkennen, als bei Motiven mit feinen, punktförmigen Strukturen (z. B. Spuren im Sandboden). Hier gehen die Unterschiede bei den hochwertigen Objektiven gegen Null. Auch die Qualität und Struktur der Projektionsfläche/Leinwand kann hier zu einem unterschiedlichen Bildeindruck bei unterschiedlichen Motivstrukturen führen. Insgesamt kann auch hier das Super-Colorpan die beste Bildwiedergabe erzielen - die Ergebnisse sind einen Hauch kontrast- und detailreicher, als bei den übrigen hochwertigen Objektiven. Die qualitative Differenz zwischen den Kandidaten schmilzt unter diesen realen Bedingungen jedoch deutlich zusammen. So können wir selbst dem Plastik-Paxon ein noch gute Leistung attestieren - Schwächen in der Detailauflösung und Kantendarstellung sind hier noch recht deutlich zu erkennen, jedoch bleibt der erwartete, starke Kontrastabfall im Vergleich zu den Hochleistungs-Objektiven interessanterweise aus. Für nicht allzuhohe Ansprüche sollte demnach auch dieses Standard-Objektiv noch ausreichen. Die Farbwiedergabe aller Objektive ist gleichwertig und Unterschiede können hier nur in der Helligkeit der entsprechenden Projektor/Objektiv-Kombis ausgemacht werden. Die Hochleistungsobjektve Braun Ultralit, Kindermann MC-B und Leica Colorplan P2 besitzen alle Metallfassungen und sind durchweg ausgezeichnet verarbeitet. Es sollte an dieser Stelle deutlich gemacht werden, daß die Unterschiede zwischen den "besseren" Objektiven inklusive des Super-Colorplan im allgemeinen allenfalls marginal sind. Hier stellt sich die Frage, ob die 5 Prozent mehr Leistung des Super-Colorplan einen um 70 Prozent erhöhten Preis rechtfertigen kann. Qualitative Unterschiede beim Kameraobjektiv, dem Film, der Aufnahmetechnik und des Diarahmens sind in diesem Zusammenhang bei weitem auffälliger... Ergebnis Real-life Test:
Gesamtergebnis:
Kindermann Silent 2500 data:
Braun Paximat 250 CI-AF:
Leica P600 IR:
Optimal wäre ein Leica P600 mit 500 Watt Lichtleistung mit den Detaillösungen des
Braun, dem Geräuschpegel des Kindermann und einem abblendbaren Super-Colorplan zum Preis eines Reflecta ...
Einen Sieger herauszustellen ist schwierig. Für geglaste Dias kann man den Leica P600 mit Super-Colorplan nennen. Für ungeglaste Dias sind abblendbare Objektive hingegen besser geeignet. Wegen des ungleichmäßigen Lichtabfalls und des etwas unglücklichen Designs fällt der Kindermann mit Originalobjektiv ab, so dass in diesem Fall der Braun die bessere Wahl ist. Es wäre sicherlich noch interessant, ein (lichtschwaches) Zoom- bzw. Weitwinkelobjektiv
zu testen. Aufgrund der geringeren Lichtstärke bzw. der kürzeren Brennweite sollte sich die erweiterte
Schärfentiefe auf Diaebene bei ungeglasten Dias positiv bemerkbar machen. Andererseits mag die Feldkrümmung auf
der Diaebene nicht ganz so gleichmäßig sein, wie bei den üblichen Festbrennweiten. How knows ...
Oft zahlen die Firmen für Verbesserungsvorschläge ihrer Mitarbeiter gute
Prämien. Projektorhersteller können sich diesbezüglich gerne mit den Autoren in Verbindung setzen. :-)
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