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Die richtige Diaprojektor

Inhalt:

Vorwort
 1. Welcher Diaprojektor ist der richtige?
 2. Welche Hersteller von KB-Diaprojektoren gibt es?
 3. Was beeinflusst die Abbildungsqualität des projizierten Dias?
 4. Standard- oder Hochleistungsobjektive?
 5. Warum "ploppen" Dias?
 6. 150 Watt- oder 250 Watt-Projektor?
 7. Welche Projektor-Ausstattungen sind sinnvoll?
 8. Welche Rolle spielt die Farbtemperatur?
 9. Was muss bei Überblendprojektion beachtet werden?
10. Welche Leinwand ist die richtige?
11. Tabelle: Technische Daten und Ausstattung einiger Projektormodelle



Vorwort

Dieser Beitrag beschäftigt sich mit Diaprojektoren für das 24x36mm-Kleinbild (KB), welche für den Amateurbereich geeignet sind. Er soll nicht nur gutes Licht und Bilder auf die Leinwand, sondern auch ein wenig Licht in die Projektorentechnik und das Marktangebot bringen.

Durch den Siegeszug der digitalen Fotografie hat sich der Fotomarkt vollkommen verändert. Dies hat nicht nur sehr starken Einfluss auf den analogen Kameramarkt sondern damit verbunden auch auf den Diaprojektormarkt. So haben durch den  Nachfragerückgang einige der klassischen Diaprojektorenhersteller (wie z. B. Kodak oder Leica) die Produktion eingestellt und es findet nur noch ein Abverkauf von Lagerware statt. Dieser Beitrag ist aktuell und in sehr naher Zukunft vor allem für den Gebrauchtmarkt interessant. Alle Angaben in diesem Beitrag sind ohne Gewähr!

Als die Wegbereiter der Projektionstechnik wie die Firma Liesegang bereits Ende des 19. Jahrhunderts die ersten so genannten "Bildwerfer" auf den Markt brachten, hatten diese noch nicht sehr viel mit den heutigen Projektoren gemein. Heute, 100 Jahre später, haben neue Lichtquellen, neue Werkstoffe aus Kunststoff und vor allem die Mikroelektronik im modernen Projektorenbau Einzug gehalten. Die Geräte der Gegenwart können wesentlich mehr, als einfach "nur" transparente Bilder an die Wand projizieren. Sie bieten mit ihren zum Teil hervorragenden Funktionen und Ausstattungen ein Vielfaches an Abbildungsqualität und bequemer Handhabung als ihre Vorfahren. Heute gehört die automatische Scharfstellung mit Autofokus selbst bei einfachsten Projektoren zum Standard.
 

Abb.:Pionierarbeit: Liesegang "Bildwerfer" aus dem Jahre 1899



1. Welcher Diaprojektor ist der richtige?

Diese Frage ist mit einem einfachen Satz zu beantworten: Den perfekten Projektor, der für Jedermann gleich gut geeignet ist, gibt es nicht. Es gibt vielmehr viele interessante Modellserien, die von den verschiedenen Herstellern für den Kleinbildbereich angeboten werden. Angefangen von Einsteigermodellen, die inklusive Optik ab EUR 100,- zu haben sind, bis hin zu robusten Profi-Geräten jenseits von EUR 1.000,-. Die Preisspannen liegen oft bei einem Faktor größer 10. Die Ansprüche und Bedürfnisse der Anwender sind entsprechend unterschiedlich. Die angebotenen Modelle bieten somit auch eine große Vielfalt an technischen Konstruktionsmerkmalen und Ausstattungsdetails. Grundsätzlich kann man drei Projektor-Grundtypen unterscheiden:

  • Projektoren für Stangenmagazine
  • Projektoren für Carousel-Rundmagazine
  • Projektoren mit zwei optischen Systemen und eingebauter Überblendtechnik

Dieser Beitrag soll dem interessierten Anwender helfen, "seinen" richtigen Projektor zu finden.

TIPP: Erst alle in Frage kommenden Projektoren genau vergleichen, vorführen lassen und auf die eigenen Anforderungen hin überprüfen. Erst dann entscheiden.



2. Welche Hersteller von KB-Diaprojektoren gibt es?

Leider gibt es wie im Vorwort schon geschrieben nicht mehr viele Hersteller von KB-Diaprojektoren. Nachfolgend die wichtigsten Hersteller und ihre Produkte in alphabetischer Reihenfolge:

Braun Photo Technik GmbH
BRAUN bietet mit den Projektoren der "Paximat Multimag"-Serie ein sehr gutes Preis/Leistungsverhältnis und eine gute Ausstattung. Die Projektoren sind sehr bedienungsfreundlich und können durch ihr spezielles Transportsystem mit den meisten unterschiedlichen Magazintypen des Marktes (inklusive Paximat-Rundmagazine) sicher arbeiten. Mit zwei der Topmodellen Multimag SC 668 oder SC 669 ist sogar eine kabellose Überblendung möglich. Das Modell SC 669 verfügt auch über eine serielle PC-Schnittstelle RS-232.
Die einfache Projektorenserie "Novamat" ist für den ernsthaften Amateurbereich nur sehr bedingt geeignet.
Für alle Projektoren werden neben den Standard-Optiken auch Hochleistungs-Wechselobjektive angeboten.

KINDERMANN & Co. GmbH
Die Projektoren der "Silent"-Serie gelten als die Leisesten auf dem Markt. Auch KINDERMANN wartet vor allem bei den Topmodellen mit einem sehr guten Preis/Leistungsverhältnis und Ausstattung auf. Die Modelle Silent 2500 Select S und 2500 MPC können auch als "Steuerzentrale" für Überblendprojektion mit kleineren Silent-Modellen verwendet werden. aktuellen Produktprogramm von Kindermann findet man die Silent-Serie nicht mehr. Auch hier wurde die Produktion offenbar inzwischen eingestellt.
Die einfache Projektorenserie "Diafocus" ist für den ernsthaften Amateurbereich nur sehr bedingt geeignet.
Für alle Projektoren wurden neben den Standard-Optiken auch Hochleistungs-Wechselobjektive angeboten.

KODAK AG
Im Juni 2004 hat KODAK die Produktion seiner Ektalite- und Ektapro- Diaprojektoren auf Grund der raschen Entwicklung des Digitalmarktes eingestellt. Die Ektapro-Modelle sollen noch bis 2007 über die Firma COMM-TEC zu bekommen sein. Die Versorgung des Kundendienstes mit den entsprechenden Ersatzteilen sollen allerdings noch bis auf Jahre hinaus gesichert sein. Mit der "Ektalite"- und "Ektapro"-Serie bot KODAK sehr gute und robuste Projektoren an. Sie arbeiten mit KODAK-Carouselmagazinen mit Fallschacht und sind preislich sowie konstruktiv eher im professionellen Bereich angesiedelt.

LEICA Camera AG
Im aktuellen Produktprogramm von Leica - dem klassischen Hersteller erstklassiger Diaprojektoren - findet man keinen Diaprojektor mehr. Die Produktion wurde eingestellt und es findet nur noch ein Abverkauf von Lagerware statt!
Der Leica Pradovit P600, Pradovit IR und Pardovit PC sind sehr gute und robuste Projektoren mit guter Ausstattung an, die auch mit Leica-Rundmagazinen arbeiten. Der Pradovit IR und PC verfügt über ein vergütetes Lichtsystem, der PC zusätzlich über eine serielle PC-Schnittstelle.
Der Pradovit P300 (IR) ist ein guter Projektor, dessen Preis/Leistungsverhältnis jedoch, bedingt durch seine magere Ausstattung, nicht recht überzeugen kann.
Die Leica "Pradovit RT"-Serie für Kodak-Carouselmagazine und Fallschachttechnik, sind preislich sowie konstruktiv eher im professionellen Bereich angesiedelt. Die Pradovit RT sind Weiterentwicklungen der Kodak-Ektapro-Projektoren. Die Fallschachttechnik gewährleistet eine sehr präzise Ausrichtung des projizierten Bildes auf der Leinwand, was vor allem bei der Überblendprojektion sehr wichtig ist.
Das einfache Modell Pradovit P150 (IR) ist für den ernsthaften Amateurbereich nur sehr bedingt geeignet.
Für alle Projektoren wurden neben den Standard-Optiken auch Hochleistungs-Wechselobjektive angeboten.

REFLECTA Vertriebs- und Marketing GmbH
Reflecta hat keine Eigenentwicklungen wie z. B. die Diamator- oder Galaxy-Serie mehr im Programm. Statt dessen findet man heute ausschließlich gelabelte Projektoren, die baugleich der Novoflex- und Multimag-Serie von Braun Photo Technik sind.

ROLLEI Fototechnic GmbH
Für Kleinbild bietet ROLLEI die "Rolleivision twin MSC"-Serie mit einer sehr interessanten Konstruktion an: Es handelt sich dabei um robuste Projektoren mit zwei optischen Systemen mit eingebauter prozessorgesteuerten Überblendtechnik und guter Ausstattung. Hierbei werden die Dias aus nur einem Diamagazin vor die jeweilige Optik gezogen. Die Transporttechnik ist dadurch sehr aufwendig geworden und gilt für gewisse Diarahmen als etwas anfällig. Der absolute Vorteil dieser Projektorenserie ist jedoch eine kompakte und einfache, bei den Modellen ab Rolleivision twin MSC 325 P sogar programmierbare und extern in Speicherchips speicherbare Überblendtechnik - mit einem Projektor und aus einem Magazin. Der twin MSC 535 P ist der erste Rollei-Doppelprojektor der über 250W-Lichtleistung verfügt.
Für alle Projektoren werden neben den Standard-Optiken auch Hochleistungs-Wechselobjektive angeboten.
 



3. Was beeinflusst die Abbildungsqualität des projizierten Dias?

Die Abbildungsqualität des projizieren Dias kann mit einer einfachen Formel beschrieben werden:

Abbildungsqualität = Film x Diarahmen x Projektionsobjektiv x Bildhelligkeit x Leinwand

Die einzelnen Faktoren der Formel werden nachfolgend kurz angerissen und im Laufe dieses Beitrages genauer beschrieben.

Der Film:
Die Schärfe und Feinkörnigkeit des Films ist ein entscheidender Faktor für die Abbildungsqualität des projizierten Dias. Das Aufnahmeobjektiv vor der Kamera ist als maßgeblichstes Kriterium für die Qualität des Bildes verantwortlich. In der Formel gibt es keine Kamera, da sie in diesem Fall nur als "Filmhalter" dient. Wenn der Kameraverschluss erst einmal geöffnet ist, gibt es nur noch das Licht, das Aufnahmeobjektiv und den Film.

Der Diarahmen:
Die Planlage des Dias bei der Projektion ist ein Faktor, der die gleichmäßige Schärfe über das ganze Bild beeinflusst. Wichtig und oft unterschätzt ist der richtige Diarahmen, der eine entsprechende Planlage des Dias gewährleisten muss.

Das Projektionsobjektiv:
Ebenso wichtig wie die Aufnahme des Bildes auf den Film, ist die entsprechende Wiedergabe. Das Projektionsobjektiv ist somit ein wichtiger Faktor für die Qualität des projizierten Bildes.

Die Bildhelligkeit:
Die Lichtleistung des Diaprojektors ist ein Faktor, der für die Helligkeit und somit auch die Brillanz des projizierten Bildes sorgt.

Die Leinwand:
Auch die Oberflächenqualität der Leinwand auf die das Dia projiziert wird, nimmt Einfluss auf die Abbildungsqualität. Wichtig ist auch die richtige Ausrichtung und Lage des Projektors zur Leinwand.



4. Standard- oder Hochleistungsobjektive?

Jeder Projektorenhersteller hat preiswerte Standard-Objektive im Sortiment (z. B. BRAUN "Paxon"- oder LEICA "Hektor"-Objektive), mit denen die Projektoren üblicherweise im Schaufenster der Händler angeboten werden. Diese Objektive liegen preislich bei EUR 20,- bis EUR 30,- und beeinflussen den angebotenen Projektorpreis somit kaum. Sie dienen dazu, einen Projektor preiswert anbieten zu können, mit dem man sofort Bilder projizieren kann. Die Objektive bestehen komplett (inklusive Linsen) aus Kunststoff und bieten keine hochwertige Abbildungsleistung. Werbesprüche wie: "Leica-Projektor mit Hektor-Objektiv für gewohnt gute Leica-Bildqualität" sind Unsinn.
Alle renommierten Projektorenhersteller bieten hochwertige Wechselobjektive mit stabilen Metallfassungen an (z. B. BRAUN "Ultralit", KINDERMANN "Color", LEICA "Colorplan" oder ROLLEI "Apogon"), die eine wirklich gute Abbildungsqualität gewährleisten.
Auch für die Projektion gibt es Zoomobjektive, die einen variablen Abstand von Projektor und Leinwand bzw. eine variable Bildgröße ermöglichen. Abblendbare Objektive (lieferbar von BRAUN, KINDERMANN und ROLLEI) können die Schärfe bei durchgebogenen oder "geploppten" Dias am Bildrand sichtbar verbessern. Bei Einsteigermodellen kann der Preis eines guten Objektives den Preis des Projektorgehäuses leicht übersteigen. Wer hier spart, spart an der falschen Stelle.

TIPP: Um aus den Dias das Beste herauszuholen, gleich ein Projektorgehäuse mit hochwertiger Optik kaufen und das bei der Plastikoptik gesparte Geld in bessere Diarahmen investieren.

Tabelle: Auswahl von Hochleistungs-Projektionsobjektiven

Hersteller Objektiv Circa-Neupreis Bemerkung
BRAUN Ultralit-PL 2,4/90 MC EUR 150,-  
BRAUN Ultralit-PL 2,8/85 BMC  EUR 150,- abblendbar
BRAUN Ultralit-PL 4,0/85-150 MC EUR 160,- Zoom
KINDERMANN Color 2,4/90 MC EUR 115,-  
KINDERMANN Color 2,4/90 MC-B  EUR 190,- abblendbar
KINDERMANN Color 4,0/85-150 MC EUR 125,- Zoom
KODAK Ektapro FF 2,8/85 EUR 90,-  
KODAK Ektapro FF 2,5/93 EUR 260,-  
KODAK Ektapro FF 3,5/75-120 EUR 130,- Zoom
LEICA Colorplan-P2 2,5/90 EUR 110,-  
LEICA Super-Colorplan-P2 2,5/90 EUR 190,-  
LEICA Vario-Elmarit P2 2,8/70-210  EUR 160,- Zoom
ROLLEI AV-Apogon 2,4/90 HFT  EUR 200,- twin
ROLLEI AV-Xenotar 2,4-8/90 HFT  EUR 320,- twin, abblendbar
ROLLEI Vario-Xenotar 3,5/70-210  EUR 280,- twin, Zoom


Alle Hersteller bieten daneben noch weitere Objektive mit verschiedenen Festbrennweiten oder Zoomobjektive an, die variable Projektionsabstände bzw. Bildgrößen ermöglichen. Hierbei gilt: Je weiter der Projektor von der Leinwand entfernt ist, desto dunkler ist das projizierte Bild.

Das nachfolgende Diagramm zeigt die Abhängigkeit zwischen Objektivbrennweiten (d), Bildgröße (Projektionsbreite) und Projektionsabstand und den entsprechenden Leuchtwinkeln für ein 35mm-Kleinbild:


 



5. Warum "ploppen" Dias?

Wenn das Filmmaterial eines Dias während der Projektion springt oder sich durchbiegt (auch "Ploppen" genannt), liegt dies nicht nur am Projektor: Dias, die in einem bestimmten Projektormodell ploppen, ploppen auch in allen anderen Projektoren, unabhängig von Hersteller und Modell.
Das Ploppen entsteht durch die unterschiedlich starke Ausdehnung von Träger- und Emulsionschicht bei der Aufwärmung des Films im Rahmen - und zwar bedingt durch das optische Lichtsystem der Projektoren. Maßgeblich beeinflusst wird dieser Vorgang durch die Stärke der Erwärmung und den Typ des Diarahmens. Dias in glaslosen Rahmen ploppen in der Regel alle, Dias in beidseitig geglasten Rahmen nicht. Der Autofokus guter Projektoren gleichen die sich beim Ploppen geänderte Planlage im Zentrum des Dias schnell aus. Abblendbare Objektive können hier die Schärfe am Bildrand sichtbar verbessern. Durch die unterschiedliche Kühlung und Lichtsysteme der einzelnen Projektormodelle ploppen glaslose Dias nach unterschiedlicher Zeit.
Nachfolgend eine Tabelle mit Beispielen für Temperaturen im Diaschacht einiger Projektoren. Je kühler der Diaschacht, desto besser für das Dia.


Tabelle: Diaschachttemperaturen nach jeweils einer Minute Projektion

Hersteller Projektor Lampe Temperatur 
BRAUN Paximat Multimag 250 CI-AF 250 W 43 Grad C
KINDERMANN Silent 2500 250 W 47 Grad C
LEICA Pradovit P600 250 W 52 Grad C
ROLLEI Rolleivision twin MSC 320S 150 W 41 Grad C


TIPP: Nicht am falschen Ende sparen - Diarahmen verwenden, die eine gute Planlage der Dias gewährleisten.



6. 150 Watt- oder 250 Watt-Projektor?

Für den heimischen Gebrauch sind Projektoren mit einer 150 Watt-Halogemlampe zum Ausleuchten eines 1,5m x 1,5m Projektionsbildes ausreichend.
Hier kommen aber noch andere Kriterien zum Tragen: Die 150 Watt-Modelle fast aller Hersteller sind üblicherweise im preiswerten Einsteigerbereich angesiedelt. Die Projektoren können durch die niedrigere Temperaturentwicklung kompakter und leichter konstruiert werden und sind jedoch oft mechanisch wesentlich einfacher aufgebaut und garantieren nicht den sicheren Diatransport, wie die entsprechenden höherwertigen 250 Watt-Modellserien. Dazu kommt, dass wirklich sinnvolle Ausstattungen und Funktionen den kleinen preiswerten Modellen schlichtweg fehlen.
Die Mehrausgabe von einem 150 Watt-Modell gegenüber einem 250 Watt-Modell in der gleichen Modellserie ist im Verhältnis zur höheren Lichtleistung -und damit gewonnener höherer und natürlicheren Brillanz der Bilder- weitgehend vernachlässigbar und unserer Ansicht nach keiner Diskussion wert.
Bei der ROLLEI twin MSC-Serie werden je optisches System eine 150 Watt-Lampe eingebaut, da hier konstruktionsbedingt zwei stärkere Lampen zu einer zu hohen Temperaturentwicklung führen würden.

TIPP
: Bei höherwertigen 250 Watt-Modellen ist der Spaßfaktor auf Dauer höher. Vor allem bei der Verwendung von abblendbaren Objektiven sind Projektoren mit helleren 250 Watt-Lampen empfehlenswert.



7. Welche Projektor-Ausstattungen sind sinnvoll?

Nachfolgend einige Funktionen und Ausstattungsmerkmale, die in einem modernen Projektor, unserer Ansicht nach nicht fehlen dürfen. Ob Funktionen, die über diese Aufzählung hinausgehen, benötigt werden, muss jeder Anwender selbst entscheiden.

Anti-Blockier-System:
Weitgehend alle größeren Modellserien der Projektorenhersteller verfügen über ein "Anti-Blockier-System" oder einen ähnlichen Schutz: Bei einem verklemmten Dia wird hier der Transport einfach ausgekuppelt oder vom Gebläse getrennt gestoppt.
Dieses System ist für die Transportmechanik sehr schonend und hat schon so manches Dia gerettet. Diese Funktion ist vor allem bei einigen kleineren 150 Watt-Modellserien leider noch immer nicht selbstverständlich, wird aber bei neueren Modellen immer häufiger eingebaut.

Selektiver Autofokus:
Mit dem "selektiven Autofokus" - auch "AF override" genannt - ist es möglich manuell mit der Fernbedienung in die automatische Scharfstellung des Autofokus einzugreifen, um die Schärfe nachzukorrigieren. Dabei wird der Autofokus beim manuellen Eingriff abgeschaltet und beim nächsten Diawechsel wieder automatisch zugeschaltet.

Kabellose IR-Fernbedienung:
Eine kabellose IR-Fernbedienung ist heute selbst bei den Einsteigermodellen nahezu als Standard anzusehen. Sie erhöhen den Bedienungskomfort der Projektoren und vermeiden Stolperfallen im Dunkeln - erhöhen aber auch den Preis.

Dunkeldiawechsel:
Ein Projektor mit Dunkeldiawechsel hat über die direkt am Diaschieber angebrachte Blende (die eine Blendung der Betrachter beim Diawechsel verhindert) hinaus noch eine zusätzliche, bewegliche Springblende, die zwischen Diaschacht und Objektiv montiert ist. Diese Blende schließt den Lichtstrahlengang, sobald das Dia wenige Millimeter aus dem Diaschacht in Richtung Magazin transportiert wird. Umgekehrt öffnet die Blende erst unmittelbar, bevor das Dia die Projektionsposition erreicht hat. Diese Springblende verhindert, dass der Betrachter beim Diatransport das Dia nach der Seite hinauslaufen sieht, was einen optisch harmonischeren Diawechsel ermöglicht. Bei den preiswerten Einsteiger-Modellserien fehlt oftmals diese Funktion. Bei den Topmodellen von BRAUN und KINDERMANN ist sogar noch zusätzlich eine prozessorgesteuerte Lichtregelung integriert, die einen optisch "weichen" Diawechsel ermöglicht .
Bei den ROLLEI twin-Projektoren mit eingebauter Überblendtechnik spielt diese Funktion keine Rolle.

Einzeldialift:
Mit dem so genannten Einzeldialift kann man Dias bei der Projektion direkt von der Projektionsposition aus dem Diaschacht entnehmen. Das hilft bei Sortierarbeiten oder wenn ein Dia verdreht im Magazin steckt. Bedienungsfreundlich sind feste Dialiftkonstruktionen, sehr fummelig sind hingegen herausnehmbar-lose Dialiftkonstruktionen.



8. Welche Rolle spielt die Farbtemperatur?

Die Farbtemperatur ist ein Maß für die spektrale Energieverteilung einer Lichtquelle, mit der sich die Farbqualität dieser Lichtquelle beschreiben läßt. Die Farbigkeit des Lichts kann einer Temperatur zugeordnet werden, die in Kelvin [K] gemessen wird. Die Farbtemperatur kann sich nur auf Temperaturstrahler (Sonne, Glühlampe usw.), nicht aber auf selektive Strahler (z. B. Leuchtstoffröhren) beziehen. Neutrales Tageslicht besitzt eine Farbtemperatur zwischen circa 4.000 K und über 15.000 K. Eine Lichtquelle wird als „kalt“ (bläulich) bezeichnet, wenn die Farbtemperatur jenseits von ca. 4.000 K liegt. Bei Farbtemperaturen unter 4.000 K wird eine Lichtquelle als „warm“ (rötlich) bezeichnet.
Ein Diafilm ist so genanntes Umkehrmaterial, bei dem nach der Entwicklung ein transparentes Diapositiv entsteht. Tageslichtdiafilme sind auf eine Farbtemperatur von ca. 5.500 K optimiert. Die 250 Watt-Halogenlampe eines Diaprojektors liefert eine sehr gleichmäßiges Licht mit einer Farbtemperatur von ca. 3.200 K. Das bläuliche Hitzeschutzfilter im optischen Kondensorsystem (Lichtsystem) des Projektors hält nicht nur die beträchtlich hohen Temperaturen der Lampe vom Dia fern, sondern hebt auch die Farbtemperatur auf ca. 3.800 K an. Das Licht, mit dem das Dia projiziert wird, ist zwar noch deutlich von 5.500 K entfernt, wird aber vom menschlichen Auge bereits als natürlich empfunden. Ein weiteres Anheben der Farbtemperatur mit stärkeren Filtern würde jedoch zu nicht hinnehmbaren Lichtverlusten führen. Dies ist nur mit einer anderen Lichtquelle (z. B. Xenon-Lampen) zufrieden stellend möglich. Im Jahre 1913 entwickelten LIESEGANG und OSRAM die Metallfaden-Glühlampe, was die Projektionstechnik revolutionierte. Für die Zukunft sind für den Amateurbereich bezahlbare Projektoren mit neuen und besseren Lichtquellen wünschenswert.


 

TIPP: Das Kondensorsystem sollte zum Lampenwechsel und zur Reinigung von Filter und Linsen gut zugänglich sein. Den Projektor niemals - auch nicht zu Testzwecken - ohne das Hitzeschutzfilter betreiben!



9. Was muss bei Überblendprojektion beachtet werden?

Überblendprojektion bieten einen optisch „weichen“ Bildwechsel, wodurch Dunkelpausen vermieden werden. Diese Art der Projektion wird von den Betrachtern als sehr angenehm empfunden. Diese Technik ermöglicht aber auch viele interessante optische Effekte, die mit einer Einzelprojektion nicht durchgeführt werden können. Die Überblendprojektion kann mit zwei oder mehr getrennten Projektoren oder mit einem Projektor der ROLLEI "Rolleivision twin MSC"-Serie (eingebaute Überblendtechnik) durchgeführt werden. Für größere Multimedia-Shows können sehr viele Projektoren gleichzeitig eingesetzt werden, die dann in der Regel mit einem Computer gesteuert werden.
Um eine Überblendprojektion durchführen zu können, müssen die Projektoren dazu technisch in der Lage sein. Jeder Projektor muss einen eingebauten Triac (integrierter Schaltkreis) besitzen, der eine stufenlose Lichtregelung ermöglicht. Außerdem benötigen die Projektoren einen AV-Anschluß (AV=Audiovision) um die Überblendung, meist mit einem externen Gerät, steuern zu können. Projektoren die einen eingebauten Triac besitzen, haben gewöhnlich auch immer einen AV-Anschluss und sind überblendfähig.
Alle renommieren Projektorhersteller bieten diverses Überblendzubehör, angefangen von der preiswerten, manuellen Überblendung bis hin zur aufwendigen Computersteuerung an. Auch andere Hersteller (z. B. BÄSSGEN oder STUMPFL) bieten hier externe Steuergeräte in allen Preis- und Leistungsklassen an.

TIPP: Bei der Überblendprojektion sollten immer die gleichen Projektormodelle (Modellserie) und die gleichen Objektive (Lichtstärke und Brennweiten) verwendet werden, damit bei der Überblendung die projizierten Bilder die gleiche Helligkeit und Größe (Fläche) aufweisen.



10. Welche Leinwand ist die richtige?

Das Angebot von Leinwänden ist nicht ganz so groß und vielseitig, wie das Angebot der Projektoren. Trotzdem gibt es Leinwände in verschiedenen Größen, Qualitäten und Beschichtungen. Es gibt sie als Standleinwände oder für die Decken- oder Wandmontage. Dabei gibt es zwei Grundbeschichtungen: Mattweiß/Perlmutt und Silber.
Weiß/Perlmutt-Leinwände sind für Projektionen in vollkommen abgedunkelten Räumen geeignet, wobei mattweiße Leinwände das Licht besser streuen und der Lichtabfall für Betrachter, die in einem flachen Winkel zur Projektionsfläche sitzen, nicht zu groß ist. Perlmutt-Beschichtungen reflektieren zwar besser und sind dadurch heller, streuen das Licht aber nicht so gut, wie mattweiße Flächen.
Silberleinwände sind metallisch beschichtet. Durch Ihre höhere Reflexion sind sie daher für Projektionen in nicht vollständig abgedunkelten Räumen besser geeignet (man benötigt sie auch bei der Projektion von 3D-Raumbildern, die mit zwei Projektoren oder zwei optischen Systemen mit Polarisationsfiltern für Projektoroptik und Brillen für die Betrachter erzeugt werden. Da metallische Flächen das Licht nicht polarisieren, funktioniert dieses Verfahren nur mit metallbeschichteten Leinwänden).
Es gibt auch Leinwände, die auf der einen Seite Mattweiß/Perlmutt und auf der Rückseite Silber und somit je nach Aufgabengebiet universell verwendbar sind. Für alle Leinwände gilt: Je dicker die Leinwand, desto besser ist deren Planlage und desto höher die Abbildungsqualität. Leinwände sollten zur Verbesserung der Planlage eine Vorrichtung zum Nachspannen der Projektionsfläche und Vermeidung von Streifenbildungen haben. Besonders preiswerte Leinwände neigen im Laufe der Zeit zur dauerhaft-streifenförmigen Verformung der Projektionsfläche, welche bei der Projektion unangenehm auffällt.
Wichtig ist auch die Lage des Projektors zur Leinwand. Die Ebenen des Dias und der Leinwand sollten so parallel wie möglich liegen.
Einige Projektorenhersteller führen auch eigene Leinwände in verschiedenen Ausführungen im Sortiment.

TIPP: Die Leinwandfläche nicht zu 100 Prozent ausnutzen, sondern um das projizierte Bild einen kleinen Rand lassen, da sich Leinwände am Rand leicht durchbiegen. Wenn man die Leinwand einige Zentimeter in Richtung Projektor/Betrachter neigt, bekommt man einen wesentlichen Lichtgewinn.



11. Tabelle: Technische Daten und Ausstattung einiger Projektormodelle

KB-Diaprojektoren 

Braun
250 E-AF

Braun
250 C-AF

Braun
250 CI-AF

Kinder-
mann
Silent 2500 IR

Kinder-
mann
2500 select

Leica
P300

Leica
P600

Leica
P600IR

Rollei
twin MSC 320S

Gehäuse-Neupreis ohne Optik (circa EUR)

220,-

270,-

330,-

320,-

400,-

300,-

450,-

550,-

1100,-

                   

Lichttechnik:

                 

Lampe

24V / 250W

24V / 250W

24V / 250W

24V / 250W

24V / 250W

24V / 250W

24V / 250W

24V / 250W

(2 x) 150W

Stufenlose Lichtregelung (Dimmer)

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Lichtwertspeicher

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Lampensparschaltung

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Überblend-Projektion möglich

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eingebaut

Lampenfeinjustiervorrichtung

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2. Lampe - Wechselvorrichtung

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Einschub

                   

Autofokus:

                 

permanent

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abschaltbar

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selektiv (Override)

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Grundeinstellung am Gehäuse

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Grundeinstellung am Objektiv

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Diawechsel

                 

Kabel- / IR-Fernbedienung

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o / Z

o / Z

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Notstromversorgung für IR-Fernbedienung

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Schärferegelung mit Fernbedienung

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Lichtregelung mit Fernbedienung

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Timer ein/aus mit Fernbedienung

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Lichtzeiger / Laserpointer in Fernbedienung

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Dia-Direktanwahl

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Dia-Memory

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Reihenfolge beliebig

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Bedientasten beleuchtet

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Sonstige Ausstattung:

                 

Aluminium-Chassis

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Dunkeldiawechsel

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Anti-Blockier-System

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Timer

1-99 s

1-99 s

2-99 s

5-30 s

5-30 s

o

Einzel-Dialift

fest

fest

fest

lose

lose

fest

fest

fest

Dia-Zählwerk 

1-100

1-100

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Dia-Leuchtpult

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AV-Buchse

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Tragegriff

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Magazin-Typen:

                 

Gemeinschaftsmagazine

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LKM-System

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CS-System

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Paximat-System (Flach / Compact)

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Rundmagazine

100 Dias

100 Dias

100 Dias

120 Dias

120 Dias

Gewicht

5,8 kg

6,0 kg

6,1 kg

5,0 kg

5,0 kg

5,0 kg

6,5 kg

6,5 kg

9,5 kg


o
= serienmäßig
Z = als Zubehör lieferbar
- = nicht lieferbar
 


Version 20.02.2009

Beitrag von Horst Schneider

 

© Rhein-Main-Fototreff